Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Im Gegenteil: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das bevorzugte Ziel, weil Hacker wissen, dass dort die Schutzmaßnahmen oft lückenhaft sind. Ransomware verschlüsselt Firmendaten, Phishing-Mails fangen Zugangsdaten ab, und ein einziger erfolgreicher Angriff kann ein kleines Unternehmen wochenlang lahmlegen.
Die gute Nachricht: Sie müssen kein IT-Experte sein, um Ihr Unternehmen deutlich besser zu schützen. Diese 8 Maßnahmen können Sie heute noch umsetzen.
1. Starke Passwörter & Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Schwache Passwörter sind das Einfallstor Nr. 1 für Hacker. Die Kombination aus einem starken Passwort und 2FA macht es Angreifern nahezu unmöglich. Nutzen Sie Passwort-Manager wie Bitwarden (kostenlos) oder 1Password. Aktivieren Sie 2FA per Authenticator-App für alle kritischen Dienste.
2. Regelmäßige Backups nach der 3-2-1-Regel
3 Kopien Ihrer Daten, auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 Kopie außer Haus. Testen Sie Backups mindestens einmal pro Quartal. Wichtig: Eine reine Cloud-Synchronisation (OneDrive, Dropbox) ist kein Backup – Ransomware synchronisiert verschlüsselte Dateien in die Cloud.
3. Windows & Software Updates zeitnah einspielen
Die meisten erfolgreichen Cyberangriffe nutzen bekannte Schwachstellen aus, für die es bereits Updates gibt. Automatisieren Sie Windows Update und aktualisieren Sie Browser, Office und alle Programme regelmäßig. Ersetzen Sie alte Software ohne Update-Support.
4. Firewall aktivieren & richtig konfigurieren
Prüfen Sie, dass die Windows-Firewall für alle Netzwerkprofile aktiviert ist. Nutzen Sie die eingebaute Router-Firewall (z. B. FRITZ!Box) und schließen Sie unnötige Ports. Jeder offene Port ist ein potenzieller Angriffsvektor.
5. E-Mail-Sicherheit: Phishing erkennen
Über 90 % aller Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-E-Mail. Prüfen Sie Absender genau, klicken Sie Links nicht blind, öffnen Sie keine verdächtigen Anhänge und misstrauen Sie Zeitdruck. Bei ungewöhnlichen Anfragen immer telefonisch rückfragen.
6. Mitarbeiter regelmäßig schulen
Über 80 % aller Sicherheitsvorfälle gehen auf menschliches Fehlverhalten zurück. Führen Sie Basis-Schulungen mit konkreten Phishing-Beispielen durch, stellen Sie klare IT-Regeln auf und wiederholen Sie vierteljährlich. Schaffen Sie eine Kultur, in der Mitarbeiter Verdächtiges melden – ohne Angst.
7. VPN für Homeoffice & mobiles Arbeiten
Ohne VPN werden Daten im offenen WLAN im Klartext übertragen. Richten Sie eine professionelle Lösung wie WireGuard oder OpenVPN ein. Machen Sie die VPN-Verbindung verpflichtend und sichern Sie Endgeräte mit BitLocker-Verschlüsselung.
8. NIS2-Richtlinie 2026 beachten
Mit der NIS2-Richtlinie verschärft die EU die Anforderungen an IT-Sicherheit. Auch KMU können über die Lieferkette betroffen sein. Prüfen Sie Ihre Betroffenheit, führen Sie Risikomanagement ein, kennen Sie Meldepflichten (24 Stunden!) und handeln Sie frühzeitig. Bei Verstößen drohen bis zu 10 Millionen Euro Bußgeld.