Ihr PC braucht eine Ewigkeit beim Starten, Programme öffnen sich im Schneckentempo und das Arbeiten wird zur Geduldsprobe? Sie sind damit nicht allein. Ein langsamer Computer ist einer der häufigsten Gründe, warum Kunden uns kontaktieren – und in den meisten Fällen lässt sich das Problem mit ein paar einfachen Handgriffen lösen, ohne dass gleich neue Hardware her muss.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen 7 konkrete Maßnahmen, die Sie heute noch selbst umsetzen können. Sie brauchen dafür keine technischen Vorkenntnisse – nur etwas Zeit und die Bereitschaft, ein paar Einstellungen anzupassen.
1. Autostart aufräumen
Der häufigste Grund für einen langsamen PC: zu viele Programme starten beim Windows-Start automatisch mit und belegen sofort Arbeitsspeicher und CPU. Messenger, Cloud-Dienste, Update-Helfer – über die Jahre sammelt sich hier einiges an.
So geht’s:
- Task-Manager öffnen: Drücken Sie gleichzeitig Strg + Umschalt + Esc oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und wählen Sie „Task-Manager“.
- Autostart-Tab aufrufen: Klicken Sie oben auf den Reiter „Autostart“ (Windows 11: „Autostart-Apps“ im linken Menü).
- Einträge deaktivieren: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Programme, die Sie nicht beim Start benötigen, und wählen Sie „Deaktivieren“. Die Spalte „Startauswirkung“ zeigt, welche Programme besonders viel bremsen.
- Neustart durchführen: Starten Sie den PC neu und genießen Sie den Unterschied.
Was kann ich deaktivieren? Alles, das Sie nicht sofort beim Starten brauchen: Teams, Spotify, OneDrive (falls Sie es selten nutzen), Hersteller-Tools (z. B. Lenovo Vantage Tray). Windows-Systemdienste sollten Sie nicht deaktivieren.
2. Festplatte / SSD Speicherplatz freigeben
Ist Ihre Festplatte oder SSD zu mehr als 85 % gefüllt, wird Windows spürbar langsamer. Das Betriebssystem braucht freien Speicherplatz für temporäre Dateien, Auslagerungsdateien und Updates.
So geht’s:
- Öffnen Sie den Windows Explorer und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihr Systemlaufwerk (meistens C:).
- Wählen Sie „Eigenschaften“ und klicken Sie auf „Datenträgerbereinigung“.
- Setzen Sie Häkchen bei: Temporäre Internetdateien, Temporäre Dateien, Papierkorb, Miniaturansichten.
- Klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“ – dadurch werden auch alte Windows-Update-Reste entfernt, was oft mehrere Gigabyte freigibt.
Moderner Weg: Unter Einstellungen → System → Speicher finden Sie den Speichersinn – Windows kann damit automatisch und regelmäßig aufräumen.
3. Windows Updates installieren
Updates klingen lästig, sind aber entscheidend. Microsoft veröffentlicht regelmäßig Leistungsverbesserungen und Sicherheitspatches. Ein Windows-System, das seit Monaten keine Updates erhalten hat, kann deutlich langsamer laufen – und ist zusätzlich anfälliger für Schadsoftware.
So geht’s:
- Öffnen Sie Einstellungen (Windows-Taste + I) und klicken Sie auf „Windows Update“.
- Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“ und installieren Sie alle verfügbaren Updates.
- Starten Sie den PC danach neu, falls Windows Sie dazu auffordert.
Hinweis: Wenn Windows Update selbst sehr langsam läuft oder seit langer Zeit keine Updates installiert wurden, kann der erste Durchlauf einige Zeit dauern. Lassen Sie den PC dabei eingeschaltet und verbunden.
4. Virencheck durchführen
Schadsoftware ist einer der häufigsten – und am häufigsten übersehenen – Gründe für einen langsamen PC. Viren, Trojaner und vor allem Adware und Miner-Programme laufen im Hintergrund, verbrauchen CPU und RAM, ohne dass Sie es merken.
So geht’s:
- Öffnen Sie die Windows-Sicherheit (Suchfeld: „Windows-Sicherheit“ eingeben).
- Gehen Sie zu „Viren- & Bedrohungsschutz“ und klicken Sie auf „Vollständiger Scan“.
- Warten Sie, bis der Scan abgeschlossen ist (kann 30–60 Minuten dauern), und folgen Sie etwaigen Handlungsempfehlungen.
- Laden Sie zusätzlich Malwarebytes Free (malwarebytes.com) herunter und führen Sie einen zweiten Scan durch – erkennt andere Schadtypen als Windows Defender.
Prävention: Klicken Sie nicht auf unbekannte E-Mail-Anhänge, laden Sie Software nur von offiziellen Seiten herunter und halten Sie Ihren Browser aktuell.
5. Browser-Erweiterungen reduzieren
Surfen Sie mit Chrome, Firefox oder Edge und der Browser fühlt sich schwerfällig an? Zu viele Erweiterungen sind oft der Übeltäter. Jede installierte Extension belegt Speicher und kann im Hintergrund aktiv sein – selbst wenn Sie sie gerade nicht nutzen.
So geht’s:
- Chrome / Edge: Geben Sie in der Adressleiste chrome://extensions bzw. edge://extensions ein und drücken Sie Enter.
- Firefox: Klicken Sie auf das Menü (drei Striche) → Add-ons und Themes.
- Deaktivieren oder entfernen Sie alle Erweiterungen, die Sie nicht aktiv nutzen. Besonders zu beachten: Tool-Leisten, Shopping-Helfer, PDF-Konverter von unbekannten Anbietern.
- Starten Sie den Browser neu und prüfen Sie den Unterschied.
Browser-Cache leeren: Drücken Sie Strg + Umschalt + Entf, um den Cache, Cookies und den Browserverlauf zu löschen. Das allein kann einen deutlich flüssigeren Browser bewirken.
6. Temporäre Dateien löschen
Windows, Programme und Installer hinterlassen ständig temporäre Dateien. Mit der Zeit sammeln sich Gigabytes an unnötigem Datenmüll an. Das Löschen dieser Dateien ist sicher und schafft sofort Luft.
So geht’s:
- Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie %temp% ein und drücken Sie Enter. Ein Ordner mit temporären Dateien öffnet sich.
- Markieren Sie alle Dateien mit Strg + A und löschen Sie sie (Entf-Taste). Dateien, die gerade verwendet werden, können Sie überspringen.
- Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Kürzel temp (ohne %) – das öffnet den Windows-Temp-Ordner.
- Leeren Sie anschließend den Papierkorb auf dem Desktop.
Es ist völlig normal, wenn einzelne Dateien sich nicht löschen lassen – Windows überspringt diese automatisch, da sie noch aktiv genutzt werden. Das ist kein Fehler.
7. RAM / Arbeitsspeicher prüfen
Wenn Ihr PC unter Windows 10 oder 11 weniger als 8 GB RAM hat, kann das allein schon der Grund für langsames Arbeiten sein – vor allem bei mehreren offenen Programmen. Zusätzlich kann fehlerhafter RAM sporadische Abstürze und Verlangsamungen verursachen.
So geht’s:
- Aktuellen RAM prüfen: Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, gehen Sie auf „Leistung“ und sehen Sie unter „Arbeitsspeicher“ den installierten RAM und die aktuelle Auslastung.
- RAM-Diagnose starten: Geben Sie in der Suche „Windows-Speicherdiagnose“ ein und klicken Sie auf „Jetzt neu starten und nach Problemen suchen“.
- Ergebnis prüfen: Nach dem Neustart erscheint das Ergebnis in der Taskleiste (oder unter Ereignisanzeige → Windows-Protokolle → System, Quelle „MemoryDiagnostics“).
RAM zu knapp? Falls die Auslastung im normalen Betrieb dauerhaft über 80 % liegt, lohnt ein RAM-Upgrade erheblich. Für Windows 11 sind 16 GB heute der empfohlene Richtwert für flüssiges Arbeiten.